Aus den im Rahmen des KAHR-Projekts von RER (TU Dortmund) durchgeführten Erzähl Connects entwickelte sich in Hagen-Eckesey eine lokale Schreibwerkstatt unter der Leitung des SkF Hagen und des Hageners Sven Söhnchen. In einem nun veröffentlichten Buch dokumentieren Betroffene ihre persönlichen Erfahrungen mit der Flutkatastrophe 2021 und deren langfristigen Folgen.
Im Sommer 2021 führte das Starkregenereignis Bernd in vielen Teilen Deutschlands zu erheblichen Schäden. Auch der Hagener Stadtteil Eckesey war massiv von den Überflutungen betroffen. Während die öffentliche Aufmerksamkeit vor allem auf den unmittelbaren Schäden und dem Wiederaufbau lag, rückten die individuellen Erfahrungen der betroffenen Bewohner häufig in den Hintergrund.
Vor diesem Hintergrund führte der Lehrstuhl RER (Regionalentwicklung und Risikomanagement) der TU Dortmund im Rahmen von KAHR in Hagen-Eckesey sogenannte Erzähl Connects durch. Diese niedrigschwelligen Erzählformate boten Bewohner*innen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen mit der Flutkatastrophe auszutauschen, Erinnerungen festzuhalten und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Aus diesen Begegnungen entwickelte sich anschließend eine Schreibwerkstatt unter der Leitung des Hochwasserhilfebüros des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Hagen und des Hageners Sven Söhnchen. Die Teilnehmenden verschriftlichten darin ihre persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe. Thematisiert werden unter anderem der Verlust persönlicher Gegenstände, Herausforderungen während des Wiederaufbaus, Erfahrungen mit Unterstützung und Nachbarschaftshilfe sowie die bis heute spürbaren Auswirkungen des Ereignisses auf den Alltag der Betroffenen.
Die entstandenen Texte wurden nun in einem gemeinsamen Band veröffentlicht (ISBN: 978-3942184908). Ergänzt werden die Beiträge durch Fotografien aus dem Stadtteil Eckesey. Das Buch dokumentiert unterschiedliche Perspektiven auf die Flutkatastrophe und macht sichtbar, welche langfristigen sozialen und persönlichen Folgen mit solchen Extremereignissen verbunden sein können.
Das Buch zeigt zugleich, wie aus einem Beteiligungs- und Erzählformat längerfristige lokale Aktivitäten entstehen können. Die Erzähl Connects schufen einen ersten Rahmen für den Austausch von Erfahrungen. Die daraus hervorgegangene Schreibwerkstatt führte diesen Prozess fort und trug dazu bei, individuelle und kollektive Erinnerungen dauerhaft zu dokumentieren und sichtbar zu machen.
Book cover; © Sven Söhnchen, Ingo Espenhorst, Petra Skibbe


